Moderation ist weit mehr als nur das gesprochene Wort. Wer schon einmal auf einer Bühne gestanden hat, weiß, dass eine gelungene Moderation viel Vorbereitung, Feingefühl und echtes Handwerk braucht. Gerade bei Live-Events gibt es keine zweite Chance – das Publikum reagiert direkt. Und genau das macht diesen Beruf so faszinierend.
Im Laufe meiner eigenen Erfahrung als Event-Moderator durfte ich viele Learnings sammeln – durch eigene Fehler und durch genaues Beobachten.
Hier sind zehn Fehler, die ich in meiner Arbeit immer wieder sehe – und wie du sie vermeiden kannst.
1. Fehlende Vorbereitung
Der wichtigste Punkt zuerst: Vorbereitung ist alles.
Eine gute Moderation entsteht nicht spontan, sondern auf Basis von Recherche, Struktur und einem klaren Konzept. Natürlich gehört Spontanität dazu – aber sie funktioniert nur dann gut, wenn du weißt, wovon du sprichst.
2. Der falsche Dresscode
Ein zu formelles oder zu legeres Outfit kann schnell Distanz schaffen. Ich kläre deshalb im Vorfeld mit dem Veranstalter genau ab, was der Rahmen vorgibt, damit mein Auftreten zu Publikum, Event und Location passt.
3. Ohne Konzept frei drauf losmoderieren
Frei sprechen zu können ist eine tolle Fähigkeit – aber ganz ohne Struktur geht’s nicht. Ich arbeite grundsätzlich mit Moderationskarten und einem groben Fahrplan, damit ich den roten Faden nie verliere und souverän durch das Programm führe.
4. Namen oder Fakten falsch aussprechen
Die falsche Aussprache eines Namens kann eine unangenehme Situation schaffen, die vermeidbar ist. Ich lese deshalb jeden Namen laut vor, markiere schwierige Aussprache phonetisch und übe sie vor dem Auftritt – kleine Details, die Professionalität zeigen.
5. Die Zielgruppe nicht kennen
Ob Unternehmensgala, Messe oder Jugendveranstaltung – jedes Publikum tickt anders. Sprache, Körpersprache und Energie müssen zur Zielgruppe passen. Ich überlege mir im Vorfeld: Wer sitzt da eigentlich vor mir? Was brauchen diese Menschen, um sich abgeholt zu fühlen?
6. Zwanghaft lustig sein wollen
Humor ist großartig – aber nur, wenn er echt ist. Authentischer Humor entsteht im Moment, nicht durch einstudierte Witze. Wichtig ist, über sich selbst lachen zu können, wenn mal etwas schiefgeht. Das schafft Nähe und Vertrauen.
7. Dinge tun, die nicht abgesprochen sind
Eigenmächtig Änderungen vorzunehmen oder spontan etwas einzubauen, was nicht abgestimmt war, sorgt schnell für Unruhe. Ich halte mich deshalb immer an die Absprachen mit dem Auftraggebenden – das schafft Vertrauen.
8. Nicht in der richtigen Energie sein
Eine gelungene Moderation lebt von Präsenz – und die braucht Energie. Ich achte darauf, vor einem Event ausreichend Schlaf zu bekommen, gut zu essen und mir Freiräume zu schaffen, um mich mental auf die Veranstaltung einzustellen. Nur wer selbst im Gleichgewicht ist, kann auch das Publikum mitreißen.
9. Keine Empathie und Nähe zum Publikum
Eine gute Moderation lebt vom Miteinander. Ich sehe das Publikum nie als „Masse“, sondern als Menschen, mit denen ich in Verbindung gehe. Spontane Reaktionen wahrzunehmen, auf sie einzugehen und echte Nähe zuzulassen, ist der Schlüssel. Das Publikum merkt, ob du wirklich da bist – für sie.
10. Kein Feedback einholen – aus Angst vor Kritik
Einer der größten Fehler überhaupt.
Feedback ist Gold wert, auch wenn es manchmal unbequem ist. Ich suche aktiv den Austausch mit Auftraggebern, Gästen oder Kollegen. Denn nur, wenn ich weiß, wie meine Wirkung von außen wahrgenommen wird, kann ich mich weiterentwickeln. Kritik ist kein Angriff – sie ist ein Geschenk. Und manchmal zeigt sie auch: was nicht (mehr) zu mir passt. Jeder Fehler ist ein Helfer auf dem Weg zu mehr Klarheit, Authentizität und Stärke.
Mein Fazit
Veranstaltungsmoderation ist eine Kunst, die Mut, Vorbereitung und echte Leidenschaft braucht. Jeder Auftritt ist anders – und genau das liebe ich an diesem Beruf.
Fehler gehören dazu – wichtig ist nur, dass man sie erkennt, daraus lernt und mit jeder Bühne ein Stück besser wird.
Wenn du noch mehr Einblicke und Tipps aus meiner Moderationspraxis möchtest, schau gerne auf meinem Instagram-Profil vorbei: 👉 @adrian_moderiert