Manchmal fühlt sich eine Podcast-Folge nicht nach Content an, sondern nach Verantwortung. Als ich vom Podcasthon 2026 gehört habe – einer weltweiten Initiative, bei der Podcasterinnen und Podcaster Organisationen sichtbar machen, die unsere Gesellschaft dringend braucht – war mir schnell klar: Wenn ich diese Bühne nutzen darf, dann für ein Thema, das viel zu oft in die Ecke geschoben wird.
Denn in Deutschland leben über 100.000 Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen. Und trotzdem wird nur ein kleiner Teil der betroffenen Familien überhaupt von Kinderhospizdiensten begleitet. Nicht, weil diese Familien keine Hilfe bräuchten – sondern weil die Hürden hoch sind: Schock nach Diagnose, Rückzug, Überforderung, fehlende Information. Und weil das Wort „Hospiz“ bei vielen ein Bild auslöst, das nicht stimmt.
„Hospiz“ bedeutet bei Kindern etwas anderes, als viele denken
In meiner aktuellen Podcasthon-Folge spreche ich mit Michael Cremann (Fundraising Manager) und Katrin Becker-Oligmüller (Leitung Fundraising Development, mit eigener Ehrenamtserfahrung) von den Deutschen Kinderhospiz Diensten e.V.
Michael beschreibt sehr klar: Kinderhospizarbeit bedeutet nicht, nur „die letzten Wochen“ zu begleiten. Im Gegenteil – sie startet ab Diagnose und begleitet solange das Kind lebt. Es geht um Stabilität, Entlastung, Momente, die gut tun – und um Begleitung für das gesamte Familiensystem.
Familien entlasten heißt manchmal: Duschen. Pizza essen. Kurz atmen.
Katrin erzählt in der Folge sehr eindrücklich aus der Praxis, wie dramatisch Erstkontakte sein können – und wie sehr es in solchen Momenten darum geht, zuzuhören und da zu sein. Kinderhospizarbeit bedeutet oft, dass Eltern wieder Dinge tun können, die für viele selbstverständlich sind – mal kurz duschen, mal zum Arzt, mal Kaffee trinken, mal Pizza essen. Und genau das ist nicht banal, sondern elementar.
Geschwisterkinder: die Stillen im Hintergrund
Ein Punkt, der mir besonders hängen geblieben ist: Die Geschwisterkinder. Sie stecken häufig zurück, obwohl Eltern alles geben. Und genau deshalb ist ihre Begleitung so wichtig – verlässlich, empathisch, ohne Belehrung. Da sein. Zeit schenken. Normalität schaffen, wo sie sonst bröckelt.
Warum Spenden hier nicht „nice to have“ sind
So ehrlich muss man sein: Diese Arbeit lebt von Unterstützung. In der Folge sprechen wir darüber, dass ein großer Teil der Arbeit nicht oder nur teilweise refinanziert wird. Und dass es in der ambulanten Begleitung im Schnitt ca. 6.200 € pro Familie und Jahr braucht, um sie aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig werden aktuell unter 5 % der Familien erreicht. Das zeigt, wie dringend mehr Sichtbarkeit – und mehr Hilfe – gebraucht wird.
Was du tun kannst
Wenn du diese Folge hörst und merkst: „Ich möchte nicht nur nicken, ich möchte etwas tun“, dann gibt es Möglichkeiten:
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Spenden (auch kleine Beträge machen einen Unterschied)
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Engagement – ehrenamtlich, wenn Zeit und Verlässlichkeit möglich sind
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Botschafter sein: über das Thema sprechen, die Folge teilen, Hemmschwellen abbauen
Ich bin dankbar, dass Michael Cremann und Katrin Becker-Ohligmüller sich die Zeit genommen haben, so offen und verständlich zu erklären, worum es wirklich geht. Und ich bin dankbar für jede Person, die diese Folge hört, teilt und damit mithilft, dass Familien nicht alleine bleiben.
Für weitere Informationen und die Möglichkeit direkt zu Spenden, hier für euch alle relevanten Informationen und Links im Überlick:
YouTube-Kanal (eine Frage, eine Antwort, eine Minute):
https://youtube.com/playlist?list=PL_ccE_f7nkijIi1bfOKllssoshEp2e16M&si=VATHlO1gng5R9VRY
Zur Website:
https://deutsche-kinderhospiz-dienste.de/
Podcast „Wir lassen kein Kind alleine“:
https://deutsche-kinderhospiz-dienste.de/wir-lassen-kein-kind-alleine/
Direkt zur Spende:
https://deutsche-kinderhospiz-dienste.de/jetzt-spenden/
Zahlen im Detail („Was sagt die Wissenschaft?“):
https://deutsche-kinderhospiz-dienste.de/was-sagt-die-wissenschaft/
LinkedIn Michael Cremann:
https://www.linkedin.com/in/michael-cremann/
Jahresbericht 2024:
https://deutsche-kinderhospiz-dienste.de/jahresbericht-2024/
Spendenkonto:
Deutsche Kinderhospiz Dienste e.V.
IBAN: DE87 4416 0014 6576 7958 04
